Blitzlichter aus dem Alltag (2)

Beobachtet, erlebt oder ungewollt mitgehört: Kleine Geschichten aus dem Alltag. Der alltägliche Irrsinn.

Ärzte machen krank

Besuch beim Arzt: Ich war gestürzt und hatte ein dickes Knie.
Nein, ich war nicht gleich da, sondern erst als andere abgeheilt war und ich nur bei bestimmten Bewegungen weiterhin Schmerzen und Einschränkungen hatte.

„Ich denke ich brauche vielleicht ein paar Physio-Termine um das wieder in Ordnung zu bringen,“ sage ich zum Doktor.

Der Doktor untersucht das Knie und findet, es sei ein bisschen instabil. Da müsse man mal nachgucken, ob nicht das Kreuzband oder ähnliches gerissen sei.
Bei den Weichteilen gehe das halt nur mit einem MRT…

„Okay,“ sage ich. Ein Bild kann ja nicht schaden.

Zwei Wochen später dann das MRT. Wenige Tage darauf ruft der Doktor an und will mich sofort in der Praxis sehen.
Renne in die Praxis und erfahre, dass das hintere Knieband gerissen sei.

„Machen sie einen Termin im (Super-Spezialisten-)Krankenhaus! Lassen sie die da drauf gucken! Danach kommen sie wieder her,“ sagt der Doktor.

Sechs Wochen und einen vorsichtshalber gecancelten Urlaub später sitze ich zwischen Sport-Trikots an der Wand beim Termin mit dem Arzt vom (Super-Spezialisten-)Krankenhaus:
Der zoomt durch die MRT-Bilder wie unsereins durch ein Daumenkino und sagt: „Da! Das isses!“
Dann untersucht er das Gelenk manuell und führt Kniebewegungen an mir aus, von denen ich gar nicht wusste, das ich sie kann, und die in einigen Ländern vielleicht beliebte Folter-Methoden sein könnten.

„Ihr Knieband ist wieder nachgewachsen, das Knie ist stabil,“ sagt der Doktor und rauscht durch die MRT-Bilder zu dem einen ganz bestimmten.
„Sie haben eine Reizung und etwas Wasser in der Muskulatur des Oberschenkels, genau da wo sich diese mit dem Knie verbindet. Das tut weh bei bestimmten Bewegungen,“ erklärt er, “ die Muskeln brauchen manuelle Therapie von der Hüfte runter und dann sollte das weg sein. Schnippeln muss man hier nicht.“

Am Ende der sechsten Woche, etliche Schmerzmittel und Rennereien wegen der Kostenübernahme später und dem ausgefallen Urlaub, verlasse ich die Praxis meines Arztes mit einer Verordnung für Physiotherapie und habe wieder mal ganz erheblich zur Kostendämpfung im Gesundheitswesen beigetragen… 😉

Gemütliches Beisammensein

Die (noch immer andauernde) Pandemie hat unser Büro-Leben verändert und auch jetzt noch führt sie immer wieder zu Ungemach.

Immerhin hat sie uns das Arbeiten im Home-Office gebracht und auch wenn es wieder eine Präsenzpflicht von 3 Wochentagen gibt, ist das sehr angenehm, weil das Büro dann nicht so voll besetzt ist und man nicht so oft neuen Kaffee aufsetzen braucht.
Gleichzeitig hält das auch das Risiko relativ klein sich ausgerechnet im Büro noch anzustecken.

Unsere, trotz allem, weiter gewachsene Abteilung ist deshalb in Präsenz angenehm über die Etagen verteilt und man kommt sich nicht so häufig in die Quere.
Meetings werden zumeist als Video-Konferenzen abgehalten. Toll.

Da kommt der Abteilungsleiter mit seiner Rundmail für ein gemütliches Beisammensein in der Vorweihnachtszeit ja gerade Recht:
Wie toll, wenn man sich mal wieder in echt sehen würde!

Sozusagen eine „Masernparty“ auf betrieblicher Ebene… Da braucht man sich über wenig Resonanz wohl kaum wundern.

TheFan1968

Datenbank- und Web-Fuzzi, Radfahrer,Sportfan

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