Pedelec und Klimawandel

„Ui“, dachte ich vor ein paar Tagen bei meinem Ausflug ins Umland, „jetzt hat dein Pedelec-Motor ne Macke!“
Sattes Pfeifen und Knirschen war bei jeder Umdrehung zu hören. Ab zur Werkstatt!

Fachgespräch

Also los in die Werkstatt meines geringsten Misstrauens:
Mein Pedelec gedachte offenbar mich auf die Schippe zu nehmen, denn tags drauf, nachdem es auf dem Weg zum Bio-Markt noch ordentlich gepfiffen hatte, war nun noch nur ein sachtes Schleifen zu hören. Dennoch ab zu baik und die Symptome geschildert…

Wie üblich ergab sich ein nettes Fachgespräch:
„You know nothing…“, meint der Monteur und klärt mich über Sand und Staub und Riemenantriebe bei großer Hitze auf.
„Ich dachte es genügt zu trinken und Dinge zu wissen“, sagte ich, aber dem war nicht so.

  • Bei hohen Temperaturen, wenn das Rad z.B. in der Sonne stand, kann auch ein Riemenantrieb durch die verschiedenen physikalischen Ausdehnungseffekte von Riemen und Ritzeln mal kleinere Geräusche verursachen.
  • Staub und Sand sind auch an Kettenantrieben der Hauptgrund für Schleifgeräusche, so auch beim Riemenantrieb mit Motor.
  • Beim Pedelec kann sich das auch durchaus bis zum Pfeifen steigern, ist aber idR verschwunden, wenn der Riemen gereinigt wird und der Dreck auch aus den Ritzeln gefallen ist.

Gerade letzteres kann ich, vom Pfeifen, welches mir neu war mal abgesehen, bestätigen: So manches kleine Schleif- oder Quietsch-Geräusch ist nach einer normalen Radwäsche verschwunden.

Sollte es dann immer noch Geräusche geben, speziell den Riemen nochmals reinigen, aber natürlich kein Wasser in den Motor füllen!

Wenn dann immer noch so ein hartnäckiges Geräusch am Start ist (ich hatte hier ein sachtes Schleifen, gerade laut genug den Rad-Nerd in mir zur Verzweiflung zu treiben) und Schutzbleche u.ä. nicht dran Schuld sind, dann kommt die Geheimwaffe zum Einsatz: Der Zahnriemen-Pflegestift.

Den muss man natürlich sparsam einsetzen, sonst fängt man sich am Ende mehr Dreck ein, als es Geräusche verhindert, war aber hier die Lösung auch für das letzte verbleibende Geräusch: Himmlische Stille senkte sich wieder über den Antrieb.

Bedingt wüstentauglich

Pedelecs und Fahrräder allgemein sind also nur bedingt wüstentauglich, es wird empfohlen die Wüste Gobi, die Sahara und Teile Brandenburgs (wie ich feststellen durfte) großräumig zu umfahren, sofern man keinen Asphalt unter den Reifen hat.

Allerdings hat mir der Ausflug bei der Trockenheit ohnehin wenig Freude bereitet, denn wenn man, wie auch im Titelbild zu sehen, nur durch vertrocknete Landschaften rollt, ist das Entsetzen höher als der Erholungseffekt.

Blick auf den Arkenberg von der Mönchmühlenstraße in Schildow aus gesehen. , Foto: Peter Wendel, CC-BY-SA 4.0

TheFan1968

Datenbank- und Web-Fuzzi, Radfahrer,Sportfan

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