Schluss mit Fahrradaktivismus

Nach meinem Facebook-Aus gebe ich auch mein Blog „Berlin, Fahrrad-City“ auf.
Ich habe einfach keine Lust mehr auf Fahrradaktivismus.

Streitereien und Mobbing

Ich bin, was das anbetrifft, die ewigen Streitereien um Zentimeter in Radwegbreite und korrekter Positionierung von Verkehrszeichen XY ungelöst satt.
Ich bin es satt stets vorgeworfen zu bekommen, wenn ich Falschparker nicht anzeige, sei ich „Teil des Problems“ (das Problem sind zu wenig Kontrollen).
Ich bin es satt als Pedelec-Fahrer im steten Wechsel als „faul und unsportlich“, „rasender Rüpel“ oder „SUV-Radler“ angemobbt zu werden. Schließlich führe man ja nicht mal mehr ein „Fahrrad“…

Streitet euch einfach alleine weiter!
Ich mache nicht mehr mit. Ich fahre einfach wieder Rad, so wie ich es schon über 40 Jahre lang tue.
Ich habe auch keine Lust weiterhin Mitschuld an aufgemalten Radstreifen zu sein, die durch umfangreiche Zusatzmaßnahmen vom Restverkehr geschützt werden müssen, anstatt den Radweg bspw nach bewährtem Kopenhagener Vorbild einfach aus der Straßenebene anzuheben und mit einem Bordstein zu begrenzen.

Auch ist es bei vielen Diskutanten und Besserwissern noch nicht angekommen, dass man, wenn denn dann viel mehr Menschen mit dem Rad fahren, ohnehin auch über den breiten Radweg in der Stadt nicht mit 30+ km/h langkacheln kann, wenn der halt voll mit Radfahrern ist.
Da erübrigen sich Diskussionen über Kurvenradien, bei denen man langsamer fahren muss. Man ist langsamer.
Deshalb funktionieren die niederländischen Kreuzungen gut und man muss nicht daran rumpfuschen.
Wenn ihr das wollt, dann macht es halt alleine!

Augenwischerei

Ich habe auch genug von der Augenwischerei jeden Meter irgendeines Fahrrad-Weges, der zumeist völlig sinn- und zusammenhanglos zu anderen Radverkehrseinrichtungen entsteht und irgendwo im Nirwana endet, zu feiern!

Die benutzbare Radinfrastruktur der Stadt schrumpft, weil das Einrichten dieser paar Meter Spuren im Tempo nicht den Verfall der „optionalen“ Radwege an Strecke übertrumpft, die noch immer den meisten Radfahrenden dieser Stadt als Infrastruktur dienen.

Man kann ja auf der Straße fahren, sagen da die „echten“ Radfahrer. Da wollen aber viele Radfahrer nicht hin.

Kurz und gut

Das Fahrrad-Blog wird Anfang des Jahres mit der Löschung der Domain schlicht verschwinden. der Twitter- und Instagram-Account sind derweil schon weg.
Ich selbst bin einfach wieder Alltags-Radler… pardon: Alltags-Pedelec-Fahrer.
CMs, Fahrrad-Demos oder sowas? Nö. Ich spare mir jetzt die Zeit und den Atem.

Ihr braucht das auch nicht kommentieren:
Es ist ja meine subjektive Wahrnehmung und mein Entschluss.
Besser machen dürft ihr aber gerne jederzeit was!

TheFan1968

Datenbank- und Web-Fuzzi, Radfahrer,Sportfan

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