Kilometer-Killer Corona

Während ja für viele Corona überhaupt erst ein Grund war sich auf das Fahrrad zu setzen, wirken sich Pandemie und mobiles Arbeiten (im Sprachgebrauch als „Home Office“ bezeichnet) auf den Alltagsradler eher vernichtend aus, weil viele Strecken weggefallen sind.

Supermarkt-Tour als Standard

Während es während der ersten Lockdowns ja durchaus noch verlockend war, auch mal durch das dystopisch leere und stille Berlin zu radeln, beschränkten sich die Touren bald in der Hauptsache auf den Lebenserhalt.

2020 war ich noch zum überwiegenden Teil im Präsenzdienst tätig, weil vor allem noch nicht genügend Kapazitäten vorhanden waren, um uns alle an den Heimarbeitsplatz zu schicken. Deshalb fällt der Einbruch 2020 noch nicht sehr deutlich aus, wenn man nicht wüsste, dass es im „Voll-Präsenz-Zustand“ alleine gut 200 km wären, die den Weg zur Arbeit pro Woche ausmachen.

Mit dem mobilen Arbeiten wird es aber 2021 deutlich sichtbar: Selbst wenn man sich, um in Bewegung zu bleiben, auch schon entfernte Einkaufsziele aussucht, bringt das alles insgesamt nix auf den Tacho.
Dazu hat die überwiegend geschlossene Gastronomie auch die Wochenend-Ausflüge quasi zum Erliegen gebracht, weil man sich einfach nicht am Ziel zum gemütlichen Getränk niederlassen konnte, wenn man es nicht selber mitführte.

Als Sportfan (nein kein Rundballtreten!) waren auch die Fahrten zu den Spielen weitestgehend weggebrochen.

Ausblick 2022

Nach dem ja doch sehr düsteren und ungemütlichen Winter regen sich in diesem Jahr unter anderem auch die Sportligen wieder und mit der Regeländerung für das mobile Arbeiten muss ich auch wieder mindesten zweimal in der Woche in Präsenz im Büro erscheinen.
Die Fahrtanlässe nehmen also ganz faktisch wieder zu und mit dem Auskurieren einiger Zipperlein und Krankheiten in der letzten Zeit steigt auch wieder der Drang zum Rad.

Auch in der Fahrrad-Abstellanlage bei meinem Arbeitgeber sind viele Neuzugänge zu beobachten, viel davon ebenfalls Pedelecs.
Selbst auf dem Weg zur Arbeit ist zu bemerken, wie viele Menschen eben auch das Pedelec gewählt haben, um eine Alternative zu Auto und ÖPNV zu entwickeln.

Traf man früher eher sporadisch auf der Arbeitstour mal Menschen auf einem Pedelec, sind sie inzwischen täglich und mehrfach zu sehen.

Was immer noch fehlt sind durchgängige, gute Radweg-Verbindungen aus den Stadtrand-Bezirken ins Fahrrad-„Bullerbü“ S-Bahn-Ring:
Dort entstehen zwar sehr häufig neue Radwege, die auch durchaus nett sind, wenn ich es bis dahin lebend durch den Verkehr geschafft habe.

Daran wird sich aber wohl beim derzeitigen politischen Setting nix ändern (natürlich dürft ihr mich auch überraschen und es besser machen), so dass es derzeit wahrscheinlicher bleibt, noch eine A100 übergebügelt zu bekommen, als der Eröffnung einer neuen Tram- oder Radverbindung beizuwohnen.

Pannenfreies Pedelec

Das Pedelec hat mittlerweile trotzdem immerhin schon fast 18000 km erreicht und es sind noch immer keine wesentlichen Störungen aufgetreten:
Die am meisten ausgetauschten Bauteile sind und bleiben die Bremsbeläge.

Bis hierhin hat es ansonsten nur einen Lampenwechsel (kaputt nach Sturz), einen Felgenwechsel (Felgenriss unter tätiger Mithilfe meines Gewichts und der Qualität der Berliner Radwege) und einen Sattelwechsel (schlicht durchgesessen) gegeben.

Das Pedelec geht zweimal im Jahr zur Wartung in den Fahrrad-Laden und bei 20000 km etwa muss man mal ins Auge fassen, ob rund um den Riemen z.B. Ritzel- oder Riemenwechsel notwendig werden, weil das ja auch Verschleißteile sind.

Die Kosten des Pedelec liegen konstant zwischen 200-300 € im Jahr (Versicherung, Teile, Wartung).
Stromkosten sind auf der heimischen Stromrechnung nicht wirklich auszumachen zwischen allen anderen Verbrauchern.
Ich liege damit 400-500 € im Vorteil, weil ich keine ÖPNV-Jahreskarte mehr nutze.
Stadtstrecken werden einfach mit dem Pedelec erledigt. Ohne S-Bahn oder so.

Der Akku hat bislang nur marginale Schwächen gezeigt: Im Winter schaffe ich keine drei Bürotage mehr mit einem Akku (würde sehr knapp), im Sommer funktioniert das noch.

TheFan1968

Datenbank- und Web-Fuzzi, Radfahrer,Sportfan

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