Alibi für Eiskaffee

Pfingstmontag. So ein typischer Tag um faul zu sein und zu entspannen.
Also definitiv beistrahlendem Sonnenschein rauf auf das Rad und, da ein wenig kränklich, wenigstens eine kleine lokale Runde als Alibi für den Eiskaffee am Ende.

Pfingstmontag ist natürlich auf so ein Ausflugstag mit vielen Menschen auf den ausgetretenen Hauptwegen rund um die Parkmöglichkeiten und unerwarteter Einsamkeit auf den kleinen Nebenwegen. Obwohl der Barnimer Dörferweg, der unseren Wohnort im nördlichen Pankow kreuzt, ja gar kein so kleiner weg ist.

Ganze Familien mit Kindern unterwegs auf Rädern, was ja auch positiv ist, aber man sieht es schon, dass sie es viel zu selten wirklich machen: Erschrecktes Beiseitespringen mitsamt Rad wenn man ruhig von hinten angerollt kommt.
“Ein Fahrrad… ein Fahrrad, macht Platz”, und das Gewusel geht los… die einen nach rechts, die anderen nach links und irgendwer bleibt in der Mitte ganz einfach stehen.

Mein Tipp für gestresste Familien: In Deutschland herrscht Rechtsverkehr, also weichen alle immer nach Rechts aus, was dem Überholenden Platz auf der linken Seite schafft.
Genau wie mit dem Auto auf der Straße ist plötzliches, unangekündigtes Stehenbleiben keine gute Option.

Eine gute Idee ist es allerdings wirklich, den Streuungstrichter von Menschen, der naturgemäß um die Autoparkplätze entsteht, zu verlassen und wirklich Spaß an der Natur zu haben.

Das Rad hilft natürlich dabei. Auch das mit dem Auto mitgebrachte, wenngleich dieses ja auch den Radius wieder einschränkt, da man ja unbedingt dort wieder ankommen muss.

Nun aber mal zur eigentlichen Tour, die uns zunächst aus Französisch Buchholz durch den Idehorst nach Blankenfelde geführt hat. Dort verlängerten wir weiter nach Lübars in Richtung des Ortskerns, schlicht der Straße folgend.
Lustig übrigens, wie langsam Autos fahren, wenn sie im Ausflugsmodus sind.

Blick auf Lübars
Ortskern Lübars, Foto: Peter Wendel

Von dort ging es letzlich zurück in Richtung Köppchensee, einem alten Torfstich, der um die Berliner Mauer bauen zu können, halb zugeschüttet wurde, da die Grenze da direkt hindurch ging. Hat der Schönheit der noch existierenden Hälfte aber nicht geschadet. An dem kleinen Strand am See ist es natürlich an anderen Tagen nicht so belebt, der Mauerweg, der hier ja direkt vorbei führt, ist an Sonn- und Feiertagen mit gutem Wetter hoch frequentiert und naturgemäß eine Hauptroute für Radler und all jene, die vom Parkplatz aus laufen.

Köppchensee
Der Köppchensee, ein ehemaliger Torfstich. Wurde teilweise zugeschüttet um die DDR-Grenzanlagen bauen zu können. Foto: Peter Wendel

Von hier aus bogen wir, so etwa 200m weiter stadteinwärts, auf den Barnimer Dörferweg ab. Der Dörferweg ist eine gut ausgebaute Wanderroute, die man entsprechend auch gut mit dem Rad befahren kann. Hier ist, wenn man nicht Richtung Lübars unterwegs ist, sofort viel weniger los und man kommt dazu die umgebende Natur auch zu genießen, die von alten Obstbaumwiesen geprägt ist.
Highlight ist dann, kurz bevor man auf die B96a trifft, noch die alte Bahntrasse.

Alte Bahnstrecke
Lost Railway zwischen Schildow und Berlin. Foto: Peter Wendel

Schlussendlich sind wir dann also am Ziel im Café Steckenpferd in der Blankenfelder Hauptstraße, dem Radfahrende aus allen Richtungen zustreben. Grund ist ganz sicherlich auch der wirklich leckere Eiskaffee (und die Eisschokolade).

Eiskaffee
Die Belohnung oder vielleicht auch der Grund für die Tour. Foto: Peter Wendel

Mit Rückfahrt nach Hause also irgendwas zwischen 15 und 20 km Bewegung auf leichtem bis mittelschweren Wegen (einige kleine, aber heftige Anstiege).

  • Ausblick nach Blankenfelde
    Blick von Lübars nach Blankenfelde (Pankow), In der Allee verborgen die Straße. 5m neben der Zivilisation. Foto: Peter Wendel

TheFan1968

Datenbank- und Web-Fuzzi, Radfahrer, Eishockeyfan

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