Der Reiz des Fahrens

An diesem Wochenende fand die VeloBerlin, die mittlerweile alljährliche Messe rund um das Rad,  statt.
Diesmal aber an einer neuen Location, den Hangars des Flughafens Tempelhof.

Und dieser Wechsel war definitiv eine gute Entscheidung:
Zwar fehlt es in den Messehallen letztendlich auch nicht an Platz und Raum, aber eine Fahrradmesse eingezwängt in ein Autobahnkreuz hat einfach nicht den Charme, den sie am Rande der unendlichen Weiten des Tempelhofer Feldes entwickeln konnte.

Die Messe selbst richtet sich ja durchaus an “Otto Normalradler” bot diesmal aber, nicht zuletzt auch durch die Integration der CargoBike, ein sehr weites Spektrum aus dem aktuellen Angebot der Hersteller. Auch alternatives oder ökologisches fehlte diesmal nicht, ein rund um gelungenes Angebot, wie ich meine.

Wie nötig der Gedanke an ein modernes Fahrrad und an moderne Verkehrskonzepte, die den Stadtraum wieder gerechter verteilen, ist, konnte man ja direkt vor dem Ausgang “Landseite” der Messe in Augenschein nehmen: Gestank und Stau ohne Ende im gesamten Zeitraum der Messe.
Auf der “Luftseite” dagegen Sonnenschein und die Leichtigkeit des Seins.

Im Mittelpunkt natürlich wieder die elektrisch motorisierten Bikes aller Art. Ein Trend, der sich wohl nicht mehr stoppen lässt, dem ich aber mit gemischten Gefühlen gegenüberstehe:
Es bedeutet ja schlicht, dass wir vielleicht keine riesigen Löcher mehr in die Umwelt reißen um aus dem letzten bisschen Ölsand noch Erdöl zu gewinnen, aber wir tauschen das mit großen Löchern in der Natur um Lithium zu gewinnen.

Natürlich habe auch ich auf der Messe einen Probe-Ausritt auf einem Fat-E-Bike der Marke Estallion gemacht. Natürlich hat es auch jede Menge Spaß gemacht ohne Anstrengung mit dem schweren Bike über die Teststrecke zu brausen. Es macht aber auch den natürlichen Kalorienverbrauch und die muskelbildenden Effekte des Radelns schlicht zunichte.

Ich bin Diabetiker. Ich fahre also nicht nur Rad, weill es mir ohnehin Spaß macht, sondern eben auch, weil der Kalorienverbrauch meinen Insulinbedarf deutlich reduziert und durch die Anstrengung und Last auch sonst positve Effekte auf mein Wohlbefinden hat,
Wenn man ein E-Bike fährt, fällt das zu großen Teilen weg.

Jaja, behaupten die ganz Klugen unter euch, man könne die Unterstützung ja auch abschalten…. aber wie viele Autofahrer schieben ihr Auto, weil man so Benzin spart? 😉
Mal abgesehen davon, dass man dann auch permanent ein sehr schweres Rad fortbewegen müsste, welches man ohne Motor so nie gekauft hätte.

Möglicherweise bringen wir uns so ein wenig um den eigentlichen Reiz des Radelns, die körperliche Herausforderung, das Erlebnis Sport und Natur.

Wir degradieren es so vielleicht nur zu einem weiteren Verkehrsmittel…

TheFan1968

Datenbank- und Web-Fuzzi, Radfahrer, Eishockeyfan

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