Menschen – Gefangene des Autos III

Ein kleiner, gemeinnütziger  Verein namens DUH (Deutsche Umwelthilfe) klagt vor deutschen Gerichten auf Einhaltung von geltendem Recht. Das bringt Autofahrer in Schwierigkeiten, weshalb sie tun, was sie immer tun: Sie versuchen sich darüber hinweg zu setzen!

Autosüchtig

Ein Teil der deutschen Menschheit und offenbar insbesondere die CDU sind derart autosüchtig, dass ihnen die Realität dabei verloren geht und sie politisch über die Gemeinnützigkeit eines Vereins entscheiden wollen, der den Staat in vielen Städten auf Einhaltung geltender Gesetze verklagt.
Das ist selbst für die “Law & Order”-Partei CDU schon so so skurril, dass sich jeder vernünftige Bürger eigentlich mit der flachen Hand an die Stirn klatschen müsste…

Was nach Fußnote klingt, ist ein selten gesehener Übergriff der Politik auf die Zivilgesellschaft. Ob ein Verein gemeinnützig ist oder nicht, entscheiden die Finanzverwaltung und nötigenfalls die zuständigen Gerichte. Dafür gibt es klare Regeln, eine Gesinnungsprüfung durch Parteien oder die Regierung gehört nicht dazu. Aus gutem Grund.
(Süddeutsche Zeitung 11.12.2018, Die CDU will eine unbequeme Stimme zum Schweigen bringen)

Der Verein ist an der bestehenden Misere letztlich ja nicht mal Schuld:
Autokonzerne betrügen Dieselbesitzer. Autozentrierte Verkehrspolitik hat seit 30 Jahren zum Verkehrskollaps heute geführt. Massive Förderung von Dienstwagen, aber kein Cent für die Förderung von anderen Verkehrsarten.
Wir stehen Tag für Tag im stinkenden Stau, weil es zu viele Autos auf den Straßen gibt, nicht weil ein Verein auf Einhaltung von Gesetzen klagt!

Aber… das Auto

Das Auto ist vor allem der meisten deutschen heilige Kuh, da werden von allen (ob sie Auto fahren oder nicht) die mekrwürdigsten Argumente herbeigezogen.

Die Stickstoff/Feinstaub-Werte seien bekloppt niedrig, am Arbeitsplatz seien höhere erlaubt, hört man da z.B.
Mal unabhängig davon wie vernünftig die Werte für die Straße sein mögen, man geht bei ihnen davon aus, dass man ihnen 24 Stunden am Tag ausgesetzt ist, und nicht, wie am Arbeitsplatz, nur über einen begrenzten Tageszeitraum, nach dem man dann ja in die saubere Luft auf der Straße zurück kehrt… die ja eben doch nicht sauber ist, wie wir nun wissen.

Die Luft wird auch nicht sauberer, wenn man alle Ampeln auf grün schaltet, was noch so ein absurdes Argument ist. Aber wahrscheinlich liegt es an den im Auto selbst besonders hohen Schadstoffwerten, dass man dieses Argument für real hält.
Weniger Verbrennungsmotoren setzen weniger Schadstoffe frei, was anderes hilft da nicht!

Aber… die Anderen

Da sind wir wieder beim Fingerzeigen auf andere angekommen:
So lange andere Holzöfen betrieben, nützt es nix, wenn mein Diesel-SUV nicht mehr fahren darf! Das bisschen was der rauspustet!

Mal abgesehen davon, das auch Kleinvieh eben Mist macht, den man vermeiden kann, gibt es dafür noch keine gesetzlichen Regelungen. Die müssten wir unbedingt schaffen, da bin ich ganz bei euch, aber der Blechstinker ist auch dran!

Jaja, auch eine Adventskranzkerze produziert Feinstaub & Co. Da befinden wir uns aber im privaten Bereich, der euch ja auch immer so wichtig ist.

Was ihr zu Hause macht ist natürlich euer Bier (macht abhängig ist aber nicht verboten) auch Rauchen (macht krank und süchtig, produziert Feinstaub und Stickoxide und ist zu Hause nicht verboten) gehört ja dazu.
Ihr habt selbstverständlich das Recht euch im privaten Bereich selbst zu schädigen, wie ihr das wollt, solange es keine anderen gefährdet.
Aber gut, dass ihr schon selbst Ideen gefunden habt, wie man unsere Luft noch sauberer bekommt!

TheFan1968

Datenbank- und Web-Fuzzi, Radfahrer, Eishockeyfan

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