3D: Ich drucke mir einen Wald

Der Zufall wollte es, dass mir irgendwo Werbung für einen 3D-Drucker unterkam, der bei Aldi für wenig über 100 € verkauft wurde.
Davon getriggert habe ich mich mal umgesehen, was denn 3D-Drucker überhaupt so kosten und bin nach einem vollen Monat des Guckens, Zauderns und nach hunderten von „Brauch ich das?“-Überlegungen doch in den nächsten Online-Shop gestürmt und habe mir einen gekauft.

Welchen nehme ich denn?

Wer einen 3D-Drucker sucht, hat die Qual der Wahl: Es gibt auch hier längst eine Menge Anbieter, die man irgendwie erst einmal gefiltert und durchsucht bekommen muss. Ich habe verschiedene Geräte verglichen und mir – wie immer, wenn die Investition oberhalb von 100 € liegt – zunächst aus dem Angebot jene Features und Techniken herausgepickt, die ich für mich wünschenswert fände.

Im Laufe der Suche fand ich z.B. ein Gehäuse wünschenswert, damit man sein neues Hobby auch mal ein paar Tage ruhen lassen kann ohne gleich wieder mit dem Entstauben der Gerätschaften beginnen zu müssen.
Dazu gesellte sich dann noch die Überzeugung, dass er mit einem Twin-Extruder ausgestattet sein sollte und über einen relativ großen Druckraum verfügen sollte.

Zwar kommt wahrscheinlich jeder 3D-Drucker derzeit aus asiatischer Herstellung, aber ich wünschte mir was mit zumindest einem deutschen Ansprechpartner.

Und so kam ich dann zum BRESSER T-REX WLAN-3D-Drucker mit Twin Extruder

Learning by printing

Der 3D-Drucker kam bereits zu 90% vormontiert hier an und die wenigen restlichen Montage-Arbeiten überfordern einen wirklich nicht. Das Gehäuse hat Griffe, weshalb man mit der Druck-Werkstatt auch problemlos an an einen anderen Platz wechseln kann.

Für mich, wie sehr wahrscheinlich für viele 3D-Druck-Anfänger, stellte sich dann die Frage, was man mit dem Ding eigentlich alles so machen kann.
Ich befinde mich also derzeit in der Phase des „Vorgefertige-Dinge-Druckens“, was einem ermöglicht mit den notwendigen Druckeinstellungen für das Gerät zu experimentieren.

Der Drucker kommt mit einer SD-Karte, die unter anderem das Slicer-Programm enthält, mit der man jede .stl-Datei in Druckbare Daten für den Drucker übersetzen kann. Gedruckt werden kann dann z.B. von der SD-Karte oder aber direkt aus der Slicer-Software auf dem Computer via WLAN.
Das schwierigste Unterfangen bei der Verbindungseinrichtung war hier schon die Möglichkeit zu finden, das in chinesisch angezeigte Verbindungsmenü auf dem Drucker in für uns Europäer lesbareres Englisch zu verwandeln (´rechts oben in der Ecke).

Eine gute Quelle mit einfachen und frei verfügbaren Objekten ist dabei Thingiverse. Natürlich gibt es aber auch noch andere Quellen, aber ich habe zumindest hier einmal begonnen ein paar Druckobjekte zu testen.

Ein guter Tipp ist es, anfangs mit sog. „Rafts“ zu drucken, bis man sich in Schichthöhen, Druckgeschwindigkeiten und -temperaturen, Infill und Support ein wenig eingelesen hat.
Der Raft ist sinngemäß eine Ausgleichsschicht aus Filament, die eine nicht ganz korrekte Ausrichtung der Druckplattform eliminiert und dazu eine wirklich gute Haftung für das zu druckende Objekt bietet.

Ich empfehle dass, weil es gerade als Anfänger wichtig ist, nicht an zu vielen Schrauben gleichzeitig manipulieren zu wollen.
Sobald man weiß, wie man die untersten Schichten manipulieren kann, um eventuell auch problemlos ohne Raft zu drucken, lohnt sich das Experiment an dem offenbar in der 3D-Communitiy tobenden Wettbewerb, auch komplizierteste Dinge ohne Raft und Supports drucken zu können, teilzunehmen.

Sicher: Keiner verschwendet gerne Material für unnütze Rafts, aber unnütze Experimente kosten auch Zeit und Material.

Die ersten gedruckten Sachen

Geduld ist eines der ersten Dinge, die hier notwendig sind: Besteht ein Objekt aus mehreren Teilen kann sich der Druck inklusive Filamentwechsel schon einmal über mehrere Tage hinziehen, denn die Druckstunden für die einzelnen Teile summieren sich natürlich.
Auch relativ „große“ Teile, also bei diesem Drucker Teile mit Dimensionen von 20 cm Höhe und Breite und einer entsprechenden Tiefe von bis zu 15 cm, die einfarbig gedruckt werden, verschlingen eine Menge Druckzeit.

Am Ende freut man sich aber dann umso mehr, Schöpfer eines Gegenstandes geworden zu sein… 😉

Der Baum aus dem Titelbild des Beitrages gehört natürlich auch zu den getesteten Objekten.

Links zum Artikel:

TheFan1968

Datenbank- und Web-Fuzzi, Radfahrer,Sportfan

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