WordPress: Umzug auf einen anderen Server

IT-technisch betrachtet ist da eigentlich nix dabei: Datenbank-Backup, Dateien von A nach B verschieben und gut ist es.
„Otto NormalbloggerIn“ oder der/die bequeme IT-MenschIn möchten es aber noch einfacher. Geht das?

Warum mit WordPress umziehen?

Gründe, seine WordPress-Seite einzupacken und woanders hin zu transferieren gibt es genug:
Der schönste ist sicherlich , wenn wachsender Erfolg eine performantere Serverumgebung erfordert, als das bisherige, winzige Hosting-Paket hergibt. Aber auch eine Namensänderung des Blog/der Domain kann dazu führen, dass man seine sieben Sachen packen möchte um neues zu erkunden oder wenigstens mal eine Sicherungskopie anzufertigen.

Tatsächlich kann man mit einem kompletten Klon auf einem lokalen Entwicklungsserver prima herumexperimentieren ohne das Live-Blog versehentlich außer Gefecht zu setzen.

Es gibt aber auch banalere Gründe:
Kosten einsparen ist da eine Möglichkeit, oder wie im Fall von skriptbu.de und dem kleinen Universum seiner Web-Projekte, auch eine Verminderung des Arbeitsaufwandes bei der Administration und Verwaltung der Server.
So habe ich also alle Projekte, die bislang auf zwei verschiedenen Hosting/Server-Accounts verstreut waren, auf einem Platz gebündelt und spare letztendlich auch tatsächlich Geld an den monatlichen Kosten.

Was skriptbu.de gemacht hat

Für das größte WordPress-Projekt www.berlin-fahrrad.city habe ich bislang, vor allem auch aus administratorischem Interesse, einen eigenen, wenn auch virtuellen, Server vorgehalten, bei dem ich mir sogar das Betriebssystem aussuchen konnte. skriptbu.de selbst lag auf einem alten Hosting-Paket, welches mir vor allem seit Jahren vor allem meine persönliche Email-Adresse vorhielt, sonst aber wenig Entfaltungsmöglichkeiten hatte.

Als Datenbank-Entwickler fühle ich mich halt schon beschnitten, wenn ich nicht mindestens auch von der Spitze des Berliner Teufelsberges direkt und ohne Spielzeug wie phpMyAdmin auf die Datenbank des Servers zurück greifen kann und nicht wenigstens Prozeduren und Funktionen möglich sind.

Da bei allen Seiten die Besuchszahlen nicht allzu hoch sind, machte der Betrieb eines kompletten Servers eh wenig Sinn und fraß auch eigentlich nur eine Menge Freizeit für die Administration. Davon habe ich ja auch im „echten“ Job schon genug.
Kurzum ging der Weg zurück in ein ManagedHosting mit SSL-Zugriff, der mir meine Datenbank-Freiheit erhält, aber das meiste vom Server-Geraffel von mir fern hält.

Wie funktioniert der Umzug?

So ganz ohne technische Geschichten geht so ein Umzug von Server zu Server absolut nicht. Nicht ganz so IT-affine Menschen sollten sich also dazu durchaus auch ein wenig belesen und die Entscheidungen vorher in aller Ruhe treffen und sich vielleicht eine Checkliste anlegen, damit nicht nachher irgendwas vergessen wird und anschließend Daten verloren gehen.

Will man, wie hier der Fall, seine Domain, also die URL www.skriptbu.de z.B., mitnehmen beim Umzug, kommt zum Dateitransfer noch der Domain-Transfer (KK-Antrag) dazu.

Wohin will ich?

Die erste Überlegung ist natürlich, wohin der Umzug überhaupt gehen soll.
Man sucht sich also zuerst eine Plätzchen und bucht einen entsprechenden Account, bevor es auch praktisch mit dem Umzug losgehen kann.

Soll der Umzug möglichst unbemerkt über die Bühne gehen, sollte man daran denken, auf dem neuen Server, schon bevor die Domain dorthin transferiert worden ist, die wichtigsten Email-Postfächer anzulegen, damit beim Übergang keine Post verloren geht.
Dazu gehört auch auf dem „alten“ Server noch eventuell wichtige Daten aus den Email-Postfächern zu sichern, denn diese sind nach dem Wechsel definitiv komplett und rettungslos weg!

Daten von A nach B schaffen

Der nächste Schritt ist, die Daten von Server zu Server zu bewegen, die bei einem WordPress-System immer aus zwei technisch unterschiedlichen Teilen bestehen: Den Dateien die auf der Festplatte des Servers liegen und den Daten in der Datenbank.

Die Dateien auf der Festplatte kann man im Regelfall über einen FTP-Zugang erreichen, was recht einfach ist, ein Datenbank-Backup per Hand erfordert deutlich mehr Kenntnisse und ist auch abhängig von den Bedingungen des Server- oder Hosting-Pakets.
Deshalb empfehle ich den manuellen Umzug nur Menschen mit IT-Erfahrung, man vergisst zu leicht etwas dabei.

Es gibt aber auch noch zwei bequemere Wege mit WordPress umzuziehen:

Wenn das eigene WordPress-Blog schon ein funktionierendes BackUp-Plugin hat, kann man grundsätzlich den Weg über ein Einspielen eines BackUps gehen.

Das bedeutet, das man auf dem Ziel-Server quasi eine Blanko-Installation von WordPress vornimmt und darin zunächst sein Backup-Plugin einbindet und dann sein letztes Backup vom jeweiligen System einspielen lässt.
Wie genau man das macht, ist der Dokumentation des jeweiligen Plugins zu entnehmen und es ist unterschiedlich anspruchsvoll.

Der zweite Weg sind spezialisierte Plugins zum Kopieren eines WordPress-Blogs.
Ich habe mich für Duplicator Pro entschieden. Nicht weil ich dafür Gelde bekomme, sondern weil mir die Recherche im Internet bei diesem Tool die geringsten Schwierigkeiten versprach. Denn auch der IT-Mensch ist gerne mal faul…

Da ich gleich zwei Blogs mit einigem an Inhalt zu transferieren hatte, habe ich mich auch für die Personal-Variante für $69 entschieden, die drei Webseiten-Lizenzen beinhaltet.
Es gibt sicherlich auch kostenlose Varianten solcher Plugins, die genauso gut funktionieren mögen, jedoch war ich auch nach der Ansicht des Anleitungs-Videos überzeugt, dass mir der Umzug meiner Daten auch mal etwas Geld wert ist.
Es hat schließlich lange gedauert diese Inhalte zu erzeugen, da mochte ich keine weiteren Probleme riskieren…

Eines der Doku-Videos zu Duplicator Pro

Der Duplicator Pro erzeugt im Prinzip genau zwei Dateien, die die komplette Webseite enthalten: Ein Zip-Archiv und eine installer.php-Datei.
Beide Dateien sind etwas kryptisch benamt um zu verhindern das jemand ohne das wir das wollen eine Installation der WordPress-Kopie auslösen kann, während diese auf dem Server liegen.

Die meisten der Standard-Einstellungen des Plugins können einfach übernommen werden und man kann dann zusehen, wie das Archiv entsteht.

Diese beiden Dateien kann man am Ende der Erstellung im einfachsten Fall vom zu kopierenden Blog herunterladen oder auch direkt z.B. ein GoogleDrive oder OneDrive transferieren lassen.

Es sind genau diese beiden Dateien, die man in das neue Serververzeichnis hochladen muss. Mehr nicht.

Bevor die man Installation auslöst, legt man auf dem Zielserver entweder vorher schon eine neue Datenbank an oder überlässt diese, wenn möglich, dem System selbst. Was genau dort möglich ist, hängt vom benutzten Hosting-Account an.
In jedem Fall sind also vorher die Zugangsdaten für die Datenbank zu finden/zu erfragen!

Wenn die Domain, wegen des unterbrechungsfreien Betriebs, noch nicht auf den neuen Server transferiert wurde, benutzt man nun die von den Providern zur Verfügung gestellte, provisorische Server-URL, die meist offensiv im Admin-Backend des Vertrags genannt wird, oder eben vom Support erfragt werden kann.

Man navigiert dann also zu http://meineproviderurl/ verlängert um den kryptischen Namen der install.php-Datei.
Das war dann auch schon die größte Schwierigkeit…

Es poppt dann sofort eine Seite auf, die zunächst mögliche Probleme untersucht. Lest das in Ruhe durch und passt ggf. Dinge an!
Danach ist es nämlich eher fast enttäuschend, wie schnell so ein Lebenswerk entpackt und wieder installiert ist.
In der Pro-Version steht euch auch für jeden Schritt der Support des Plugins zu Seite.

Das Ergebnis ist eine voll navigierbare und nutzbare WordPress-Installation, in der auch Anpassungen vorgenommen werden können.

Was kommt jetzt?

Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, auch den Domain-Transfer in Gang zu setzen: Der dauert, je nach Provider und Domain, nämlich entweder nur ein paar Minuten oder bis zu 6 Tage.

In den meisten Fällen muss man den Support des „alten“ Providers kontaktieren, um den sogenannten Auth-Code bekommen mit dessen Hilfe man beim neuen Provider beweist, das man der Eigentümer dieser Domain ist.
Zumeist trägt man diesen Code dann selbst beim neuen Provider in ein Feld der Vertragsverwaltung ein. Der Rest geht sozusagen von selbst.

Was bleibt zu tun?

Sofern die Nachricht eintrifft, das die Domain übernommen wurde, bleibt als letztes mit Hilfe der provisorischen URL vom Provider unter Einstellungen/Allgemein die URL zu ändern, denn dort wird im allgemeinen noch die provisorische URL eingetragen sein.

In meinem Fall musste ich abschließend in einem von zwei Fällen das Blog-Titelbild und den Seiten-Hintergrund noch mal neu im Customizer festlegen. Andere Ungereimtheiten gab es bislang bei beiden Blogs nicht. Perfekt!

Fazit

Die Investition in das Plugin hat sich vollständig gelohnt. Wenn nach einem Jahr der Support ausläuft, kann das Plugin wieder entfernt werden, denn für die normalen BackUps läuft bei mir ja schon das Jetpack. So treten auch keine weiteren Kosten mehr auf.

Grundsätzlich geht es aber nicht ohne wenigstens grundlegende IT-Kenntnisse, man sollte sich also nicht scheuen entweder dem Support viele Fragen zu stellen oder sich jemanden an die Seite zu holen, der/die über mehr Erfahrung verfügt.

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TheFan1968

Datenbank- und Web-Fuzzi, Radfahrer,Sportfan

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