Corona oder die Ruhe der Stadt

Trotz meiner Risikogruppenzugehörigkeit und „Systemrelevanz“ bin ich momentan nicht ansatzweise so panisch wie meine Mitmenschen. Ich genieße eher die Ruhe der Stadt.

Die Stadt mal anders

Berlin im Zeichen der Maßnahmen gegen die Ausbreitung von COVID19 ist eine doch andere Stadt, aber nicht unbedingt eine schlechtere.

Es fällt natürlich auf, das keine Flugzeuge mehr fliegen, der Verkehr ganz erheblich abgeebbt ist und weniger Menschen auf den Straßen herumlaufen. Bei dem derzeit klaren, sonnigen und kalten Wetter kommt mir meine Umgebung sogar vor wie ein Film in Ultra-HD, während sonst der Dunst des Verkehrs die Qualität auf HD herunterdrückt.

Auf meinem Weg zur Arbeit, natürlich mit dem Rad (#MdRzA), befinde zumindest ich mich derzeit im steten „Sonntagsmodus“ und habe trotz des Weges Quer durch die Stadt eigentlich keine besonderen Plagen als Radfahrer, die über Falschparker hinaus gehen.

Irgendwie kommt es mir zumindest auch so vor, als wären alle etwas langsamer unterwegs, mich durchaus eingeschlossen.
Ich sehe jedenfalls bei dem derzeit tollen Wetter keine Notwendigkeit mit höchster Geschwindigkeit durch die Stadt zu brausen.

Der Ärger, wenn man arbeitet

Der einzige Ärger, wenn man derzeit immer noch in Vollzeit in Präsenz am Arbeitsplatz sitzt, ist das man immer wieder abends auf geplünderte Regale trifft und die Ernährung auf das umstellen muss, was eben da ist.

Nein. Ich verhungere natürlich nicht.
Aber wenn es mehrere Tage dauert, bis man die Zutaten für einen Eintopf zusammen hat, dann darf man sich auch mal ärgern.
Schließlich war das noch eine Woche vorher problemlos möglich und ich kann mir nicht vorstellen, das alle plötzlich zu gesunden Gemüse-Essern geworden sind.

Warum diese sinnlosen Hamsterkäufe?

Keine Zeit für Panik

Ich habe jedenfalls nicht einmal Zeit für Panik , denn der normale Arbeitsalltag hat sich für mich nicht verändert.
Allerdings gäbe es auch keinen Grund in Panik zu verfallen, wenn ich mal zu Hause bleiben sollte.

Die Tatsache, dass man derzeit weder shoppen noch in die Kneipe gehen kann (letzteres mache ich eh nicht) bringt mich da nicht aus der Ruhe und ich muss dafür auch nicht alles online einkaufen.
Im Gegenteil, meine Shopping-Rate ist derzeit komplett auf Null was Dinge außerhalb des allgemeinen, täglichen Bedarfs betrifft.

Konsumfrei

Sieht man die Leere auf den Einkaufsmeilen, fragt man sich schon, warum wir eigentlich sonst täglich immer so viel Zeit damit verschwenden uns irgendwelchen Kram zu kaufen.

Mir fehlt doch gar nichts.
Und den meisten anderen wohl auch nicht.

In der Ruhe der Stadt lässt sich diese derzeit einfach mal komplett neu entdecken. Auch jetzt beim Joggen oder Spazieren gehen alleine oder zu zweit.

Man muss gar nicht immerzu irgendein Ziel haben um dort irgendwas zu konsumieren. Man konsumiert einfach die Stadt, den Platz den sie jetzt bietet, die Ruhe die in ihr herrscht.

Ständig Menschen um sich herum

Die Zeit kommt früh genug zurück, in der wir wieder ständig Menschen /Touristen um uns herum haben, alles wieder laut ist und die meisten von euch wieder unbedingt XY erreichen oder nach Z reisen müssen, weil man das ja allgemein muss… und auf einmal keine Zeit mehr haben, weil wir nur noch konsumieren.

Natürlich: Wirtschaftlich bereitet das uns allen Probleme, bei einigen ist die Existenz bedroht. Aber welche Existenz lohnt sich denn auf Kosten der Gesundheit anderer oder zu Lasten der eigenen?

Erst einmal müssen wir Menschen gesund bleiben oder wieder gesund werden.
Die Wirtschaft wird schon wieder, da ist mir nicht bange.
Schaut einfach in die Geschichtsbücher, denn selbst nach der Pest hat es Europa wieder zu neuer Blüte geschafft, also werden wir das nach Corona auch hinbekommen!

Im übrigen war es in der Geschichte auch immer wieder mal üblich, das Könige in wirtschaftlichen Krisen einfach mal die Schulden der Menschen für nichtig erklärten und so einfach die Wirtschaft neu starteten, aber das mag heute kein (reicher) Mensch mehr hören… 😉

TheFan1968

Datenbank- und Web-Fuzzi, Radfahrer,Sportfan

%d Bloggern gefällt das: