openSUSE 15.1: Grub2 vergisst Windows im Boot-Menu

Bei Dual-Boot-Systemen kam es schon immer mal vor, dass ein ganzes Betriebssystem verschwunden zu sein scheint.

Meistens alles noch da

Sofern man einmal das System korrekt aufgesetzt hat, also Windows zuerst installiert hat und danach das Linux-System installiert, geht eigentlich nix mehr schief und man kann im Bootloader Grub2 auswählen, welches Betriebssystem man zu starten wünscht.

Trotzdem hatte ich es auch früher schon erlebt, dass in seltenen Fällen nach Updates/Neuinstallation eines der Systeme der Boot-Eintrag des Windows-Systems verschwunden ist und man nur noch ins Linux oder Windows booten kann.

Das ist zunächst nicht weiter schlimm und kann auch recht leicht wieder behoben werden.

Linux bootet

Ich gehe hier davon aus, dass das Linux-System noch gebootet werden kann.

Auf einem EFI-System kann man in sein Linux booten, wenn man schlicht im BIOS die Boot-Reihenfolge verändert und auf das Linux-System als erstes verweist.
Man kann auch das openSUSE-Installationsmedium verwenden und den Eintrag „von Festplatte starten“ wählen.

Sofern man also im gestarteten openSUSE 15.1 angekommen ist, braucht man eine Konsole im root-Modus.
Dort testen wir zuerst, ob denn überhaupt eine startbare Win-Partition vorhanden ist, in dem wir die Ausführung des Konfigurations-Befehle einfach mal in eine eigene Datei umleiten:

Ausgabe des Befehls grub2-mkconfig

Wir machen dass, um uns schlicht die Ausgabe des Befehls ansehen zu können ohne gleich noch mehr Schaden anzurichten.
Wichtig ist hier vor allem die Zeile die mit „Windows Boot Manager“ beginnt, da sie anzeigt, dass das Win-System noch auf einer bootbaren Partition vorhanden ist.

Wenn hier also nichts mit „Windows“ steht, müsst ihr der Möglichkeit ins Auge sehen, dass ihr vielleicht gerade das Windows-System überinstalliert habt, was zu Lösung einen völlig anderen Weg braucht, der hier ausdrücklich nicht das Thema ist.

Erhaltet ihr eine Ausgabe wie im Bild, ist der Rest der Lösung recht einfach:

 grub2-mkconfig > /boot/grub2/grub.cfg

Damit wird die Konfiguration jetzt nicht in die Testdatei geschrieben, sondern in die originale Konfigurationsdatei von Grub2 geschrieben.
Nun noch ein weiterer Befehl:

Wichtig: Der Pfad /dev/sda5 im Beispiel ist durch den Pfad zu eurer eigenen bootbaren Linux-Festplatte zu ersetzen.
Die lässt sich, sofern nicht bekannt, vorher mit fdisk -l herausfinden.

grub2-install /dev/sda5 

Dieser Befehl installiert Grub2 neu, jetzt wieder mit dem Windows-Eintrag.
Fertig.

Ohne Gewähr

Alle Tipps sind natürlich ohne Gewähr.
Wer ohne Backups oder ohne Grundkenntnisse an diese Tipps geht, kann auch mal Daten verlieren oder muss von vorne anfangen.
Die Verwendung dieser Tipps erfolgt also immer auf eigene Gefahr.

TheFan1968

Datenbank- und Web-Fuzzi, Radfahrer,Sportfan

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