Es war ja an der Zeit, mein Dual-Boot System auf der Linux-Seite mal dem Zahn der Zeit anzupassen und 15.6 gegen 16.0 einzutauschen.
Das birgt allerdings einige Überraschungen.
Upgrade
Ich bin ja kein absoluter Fan davon Sachen immer nur auf eine Konsole zu erledigen, aber was die Upgrades von openSuse angeht, habe ich das schon sehr lange und gerne über den Befehl zypper -dup gemacht.
Eine insgesamt sehr geräuschlose und fehlerfreie Art das Betriebssystem zu erneuern, ohne das sich an den gesamte Einstellungen im System was ändert.
Doch das funktionierte nicht mehr, weil es viele Repositories ab der Version 16 so nicht mehr gibt, oder sie eine veränderte URL haben, was mich also tatsächlich dazu nötigte, einen USB-Stick als Installationsmedium herzustellen, wie immer mit der Netzwerk-Version.
Da es innerhalb meines Systems kaum Daten gibt, die direkt im System gespeichert sind, sondern sie in der Hauptsache auf getrennten, teilweise externen Laufwerken gehalten werden, gab es auch keinen großen Backup-Aufwand, bevor ich dann ein neues System installieren konnte.
Weg von Windows
Insgesamt ist das Ziel ja, die Windows-Seite des Systems langfristig obsolet zu machen und mit Linux die gesamte Macht in meinem Desktop-System zu übernehmen. Aber so leicht ist das gar nicht, sofern man nicht nur ein bisschen im Internet hin und her surft und mal ein Textbearbeitungsprogramm braucht, was einem aber alle Linux-Jünger mit "installiert einfach Linux Mint und ihr könnt alles wie gewohnt weiter machen" einreden wollen.
So einfach ist das nicht. Da stecken überall Lernkurven drin, selbst wenn man nur von MS-Office zu LibreOffice wechselt, weil sich, ganz simpel, die Bedienelemente ganz einfach woanders, in anderen Menus oder anders benannt verstecken.
Deshalb bin ich auch nicht immer glücklich mit diesen Wechsel-Events, von denen auch niemand anschließend über die Rückfall-Quote berichtet, wenn es Usern doch zu hart oder ungewohnt war und sie doch lieber mit den anderen Sachen arbeiten wollen.
Ich selbst bleibe jedenfalls bei openSUSE, einem Linux-Derivat welches in Deutschland ansässig ist und deshalb mindestens genauso gut dafür taugt, sich aus nordamerikanischen Klauen zu befreien. Es ist halt nur nicht so hip wie dies komischen, zumeist Ubuntu-basierten Wechselvorschläge, die sonst so herumgereicht werden.
Für openSUSE-Nutzer
Wer, wie ich, openSUSE schon lange und benutzt, verworfen und wieder benutzt hat, für den birgt das Upgrade auf Leap 16.0 auch so ein paar Überraschungen, die mir vorher nicht ganz so präsent waren.
Übrigens empfehle ich vor allem allen, die vielleicht neu in die Linux-Welt eintauchen wollen die Installation der Leap-Versionen des OS, weil die Tumbleweed-Versionen schon einen kleinen Freak brauchen, da bei den RollingReleases nicht immer alles im System so rund läuft und laufen wird, wie auf der stabilen Leap-Umgebung.
Die erste Überraschung nach der neuen Installation war: Yast2 ist weg!
Aber grob gesagt wird es durch Myrlyn quasi vollwertig im Software-Bereich ersetzt und die Ergänzung durch Discover, mit dem auch ein besserer Umgang mit Flatpak-Paketen auf grafischer Ebene möglich ist, ist durchaus gelungen:
Es ist nicht mehr nur ein Glücksfall, wenn ein Flatpak dann auch wirklich funktioniert.
Die zweite Überraschung: Steam geht nicht mehr!
Definitiv im Moment nicht drin, denn openSUSE Leap 16.0 ist 64-bit. Basta.
Steam jammert auch bei verschiedenen, versuchten Projekten am Ende immer rum, das eine ganz spezifische Bibliothek nirgends (mehr) gefunden wird.
Wie das zu lösen ist, oder welche Lösung ist stattdessen nehme, ist sicher Thema eines anderen Artikels.
Eine eher andere Überraschung war, da ich mich ja auf dem grafischen Installer der Netzwerk-Installation wiederfand, dass diese für mich auch neu war und ich somit auch eine Lernkurve durchschritt, bis ich alles so geregelt hatte, wie es soll.
Bei grundsätzlich allen Linux-Installern die ich so kenne ist es vor allem immer die Benennung der Festplatte, auf die das System soll.
Das ist natürlich einfach, wenn nur eine drin ist, aber wird schon schwieriger, wenn es mehrere gibt, auf denen bei mir z.B. ja auch noch ein anderes Betriebssystem liegt.
Der jeweils als Standard erstellte Vorschlag sollte jedenfalls immer überprüft werden, ob er der Realität des Systems überhaupt entspricht, was durch die Linux-Benennung der Laufwerke nicht immer so einfach ist, wenn man sonst nur die Windows-Sicht kennt.
Fazit
Natürlich funktioniert sonst alles wie gewohnt, oder ich habe die Änderung noch schlicht nicht bemerkt, was genauso gut ist.
Ab jetzt geht es darum, Schritt für Schritt mit allem, was ich bislang mehrheitlich unter Windows mache, hier in der frischen Umgebung von Leap 16.0 auch wieder arbeitsfähig zu werden.
Ich werde davon erzählen (Drohung/Versprechen).


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