Plastik: Wir verbrauchen zuviel davon!

Gurke in Plastik. Obst in Knotenbeuteln zum Abwiegen.Gummibärchen in kleinen Tüten in einer größeren Tüte, die mit dem Obst und der Gurke in der Plastiktüte landet… für den Weg nach Hause.

Kein Schreckensszenario

Das schlimme am einleitenden Absatz ist, dass es bei vielen wohl eher ein Schulterzucken hervorruft, weil das so gar nicht ungewöhnlich klingt.

220 kg Verpackungsmüll produziert der Deutsche im Jahr pro Kopf. Damit sind wir mal wieder Spitze in Europa (als Deutscher muss man ja offenbar immer Spitze sein)! Der europäische Durchschnitt liegt bei 167 kg.

Deutsche Plastikverpackungen finden sich also längst an den Stränden in Indonesien oder werden gar illegal dorthin verschifft.
Obwohl wir auch die europäischen Experten im Mülltrennen sind verscheißert uns die Recyclingindustrie nämlich ganz unglaublich und bringt nur die wenigsten Plastiktüten in echtem Recycling unter.

Das meiste wird verbrannt oder irgendwohin verschifft…

Gefahr für die Gesundheit

Plastik enthält Weichmacher und Stoffe wie Bisphenol A die für Krankheiten von Krebs bis Adipositas auslösen können.
Schlimmer noch: Einmal in der Umwelt freigesetztes Plastik verrottet nicht einfach, sondern zerfällt in immer kleinere Einzelteile bis hin zum Mikroplastik.

Das Plastik allgemein nicht zur Gesundheit beiträgt, ist eher unumstritten, sonst könnten wir die leckeren Tüten ja auch gleich essen.

Mikroplastik wurde bereits in den Mägen verschiedener Meeresbewohner nachgewiesen, ist aber auch in Mineralwasser, Honig und Bier vorzufinden. Auch der Kot mancher Menschen weist Spuren von Mikroplastik auf. Somit ist davon auszugehen, dass viele von uns Plastik in sich tragen.

Shia Su: So geht ein Leben ohne Plastikmüll

Trotzdem landet es also wieder bei uns im Körper, was dann ja eben auch nicht gesund sein kann…

Hinzu kommt, das Forscher entdeckt haben, das Mikroplastik zum Träger von regelrechten Biofilmen aus Bakterien werden, unter denen auch welche sind, die Mensch und/oder Tier krank machen können.

Ein Plastikteilchen von einem Gramm Gewicht kann dabei mehr lebende Organismen beherbergen als eintausend Liter Seewasser, in denen es schwimmt.

Mikroplastik als Lebensraum – auch für giftige Arten

Wir können also mit einem Teilchen Mikroplastik, welches über die Nahrungskette in unseren Körper gelangt, eine gewaltige Population an Bakterien in uns aufnehmen, die es sonst nicht bis zu uns geschafft hätten.

Welche Folgen das haben könnte ist derzeit noch gar nicht richtig erforscht.

Zurück zur Thermoskanne

Absolut den meisten Verpackungsmüll produzieren wir aus reiner Gedankenlosigkeit:

Früher gehörte die Thermoskanne zum Inventar vieler Arbeitstaschen. Man nahm seinen Kaffee von zu Hause mit zur Arbeit oder wohin auch immer.
Old-School-To-Go also.
Jene aus Edelstahl konnten einen auch jahrelang begleiten.

Coffee-To-Go-Becher halten heute nur so lange bis der Kaffee darin alle ist.
Dafür wurden Plastikdeckel produziert und um die Welt geschifft, Bäume abgeholzt und zu Pappe verabeitet, bunte Farben produziert und und und…

Sinnvolle Pappbecher?
Der Aufwand einen Becher herzustellen übersteigt den Nutzen enorm.

Und du schmeißt das Ding dann einfach weg…

Zuviel Konsum?

Es ist auch gar kein Geheimnis, dass wir eh viel zu viel kaufen, daher kann eine Vermeidung von Plastikmüll auch durchaus damit beginnen, einige Sachen einfach nicht mehr zu kaufen. Es fehlt uns dann auch eigentlich nichts.

Ein Beutel mitführen und einfach unverpackte Sachen kaufen und notwendigerweise verpackten Lebensmitteln (ein Stück Butter zum Beispiel) nicht auch noch eine Plastiktüte als zweite Verpackung angedeihen lassen ist ein anderer Weg.

Apropos Butter: Gerade hier kann man dann auch jene Butter nehmen, die mit einfachen Papierverpackungen auskommt, anstatt in Metallfolie oder Plastikbehältern abgepackte.

Alles unverpackt?

Das wäre sicher die beste Lösung, ist aber im Alltag nicht von heute auf morgen möglich, wenn man nur auf die gewohnten Supermärkte zurück greifen will.

Einer der größten Anfängerfehler, den Leute machen, ist, Dinge eins-zu-eins zu ersetzen – sich also in unnötige Unkosten zu stürzen – und in Plastik-Panik zu verfallen. Es ist bis auf sehr wenige Ausnahmen immer nachhaltiger, erst einmal das aufzubrauchen, was man schon hat.

Shia Su: So geht ein Leben ohne Plastikmüll

Einiges muss auch gar nicht extra eingepackt werden, denn statt der Frischhaltefolie kann man Sachen auch einfach mit einem Teller abdecken oder in eine Schüssel packen.
Das kenne ich zumindest noch von meiner Mutter und mache es auch oft so.

Tipps und Tricks

Weitere Tipps und Tricks zum Thema findet ihr im Blog WastelandRebel von Shia Su.

Wichtig ist aber vor allem: Tu was gegen die Müllflut, selbst wenn es nur ein kleiner Beitrag ist!

Quellen:

TheFan1968

Datenbank- und Web-Fuzzi, Radfahrer,Sportfan

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